Der Branding Blog von WOLF

Branding, Corporate Identity, Corporate Design, Markenstrategie oder Interactive Branding: Alles schöne Worte, die wir hier zum Leben erwecken und zur Diskussion stellen wollen. Kommentare erwünscht!

CI-Studie Status Quo 2009 – Einblick in die deutsche Agenturszene

Die aktuell veröffentlichte Studie (www.ci-in.de/studien.html) des Corporate Identity Institut in Mainz gibt einen interessanten Einblick in die aktuelle Branchensituation in Deutschland. Befragt wurden leitende Mitarbeiter und Geschäftsführer von CI/CD-Agenturen. Im Mittelpunkt der Studie steht die (wirtschaftliche) Entwicklung im Krisenjahr 2009 und wie die Agenturen damit umgehen. Aber auch der Stellenwert des Corporate Identity-Ansatzes und die inhaltliche Auseinandersetzung in den Agenturen und Unternehmen wurde näher betrachtet.

CI-Studie 2009
Fazit: CI wird selbst von den Agenturen noch zu oft aufs Design reduziert, die inhaltliche und (marken)strategische Beratung führt lediglich ein Schattendasein. Hier verschenken Agenturen Potenzial, sich beim Kunden als strategische Partner zu profilieren. Schlimmer noch: Eine ganze Branche reduziert sich in der Wahrnehmung der Auftraggeber auf den schönen Schein.

Neue CI-Studie bringt Licht ins Dunkel

Laut der aktuellen Studie des CI-Institut an der Fachhochschule Mainz sind Werbeagenturen bei der CI/CD-Entwicklung weiter auf dem Vormarsch und stehen im Ranking mittlerweile mit Designagenturen auf einer Stufe. 28 Prozent der Verantwortlichen auf Unternehmensseite gaben an, Werbeagenturen mit CI-Projekten zu betrauen. Damit liegt der Anteil nur noch sechs Prozentpunkte hinter dem der klassischen CI-Agenturen. Handelt es sich hierbei um einen Trend, der langfristig das Geschäftsmodell der Branding-Agenturen gefährdet und ist „alles aus einer Hand“ das Konzept der Zukunft? Einen ersten Hinweis darauf gibt vielleicht eine weitere Erkenntnis aus der Studie: In 33 Prozent der befragten Unternehmen ist das Marketing für die Corporate Identity verantwortlich, lediglich bei 17 Prozent liegt die Verantwortung direkt bei der Geschäftsführung.

Bedenkt man, dass die Corporate Identity – zum besseren Verständnis – die Identität, der Kern, die Persönlichkeit eines Unternehmens ist, stimmt diese Verteilung doch nachdenklich. Aus der Perspektive einer Branding-Agentur ist die CI ein unternehmensstrategisches STEUERUNGS-Tool. Dieses Steuerrad sollte die Geschäftsführung nicht allzu leichtfertig aus der Hand geben. Eine enge Abstimmung zwischen Unternehmensführung und den tatsächlich Ausführenden (Marketing-, PR- oder Corporate Communication-Abteilung) muss dann sehr eng sein. Professor Robert Paulmann, Leiter des CI-Instituts in Mainz, bringt es auf den Punkt: "CI ist ein strategisches Führungsinstrument, das im besten Fall Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen hat." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Vor diesem Hintergrund muss die Entwicklung bei CI-Projekten auch zunehmend auf Werber zu setzen, hinterfragt werden. Ohne Zweifel leistet die (werbliche) Kommunikation einen wichtigen Beitrag zum öffentlich wahrnehmbaren Bild eines Unternehmens/einer Marke. Fraglich hingegen ist, ob beim Blick durch des Werber´s Brille die langfristige, strategische Perspektive eines CI-Projektes immer und stets gegeben ist. Vermeintliche Missgriffe können sich nur die wenigsten Unternehmen leisten – siehe AirBerlin oder RWE