Der Branding Blog von WOLF
Branding, Corporate Identity, Corporate Design, Markenstrategie oder Interactive Branding: Alles schöne Worte, die wir hier zum Leben erwecken und zur Diskussion stellen wollen. Kommentare erwünscht!
Zeigen, was man hat
13.01.2010 09:47 - Julia Meingast
Warum nicht mal konkret sein, direkt zeigen, ohne Umschweife, wer man ist, oder vielmehr, welches Produkt man verkauft? Sicherlich bietet sich das nicht für jedes Produkt oder jede Dienstleistung an. Die unten aufgeführten Arbeitsbeispiele zeigen aber auf charmante Weise, wie besonders man sein kann – indem man schlicht die Optik oder Haptik seines Produktes für die Gestaltung seiner Corporate Identity nutzt. So wird ein kleines Stück Linoleumboden mit adaptiertem Kennzeichnungsdruck auf der Rückseite zu einem Kleinod. Ein Stück Trockenfleisch erinnert den Abenteurer im Ernstfall an sein absolviertes Überlebenstraining. Oder, wie im Falle eines Weinhandels oder Umzugsunternehmens, stellen Erinnerungen an Weinränder auf weißen Tischdecken oder viel zu schwere Umzugskartons durch erlebte Situationen einen liebevollen Bezug zum Produkt her. So machen alle Beispiele Spaß ohne albern zu sein, lassen keine Zweifel über ihre Herkunft und Bestimmung und bleiben aufgrund ihres direkten Bezugs zum Produkt mit Sicherheit im Kopf. Ob man sich im Zweifel aufgrund eines in den Hintergrund tretenden Logos noch direkt an den Namen erinnern kann, ist vielleicht zu hinterfragen...
Gefunden bei www.graphic-exchange.com.
Kommentare (0)
Neue CI-Studie bringt Licht ins Dunkel
24.02.2009 10:13 - Christopher Opitz
Laut der aktuellen Studie des CI-Institut an der Fachhochschule Mainz sind Werbeagenturen bei der CI/CD-Entwicklung weiter auf dem Vormarsch und stehen im Ranking mittlerweile mit Designagenturen auf einer Stufe. 28 Prozent der Verantwortlichen auf Unternehmensseite gaben an, Werbeagenturen mit CI-Projekten zu betrauen. Damit liegt der Anteil nur noch sechs Prozentpunkte hinter dem der klassischen CI-Agenturen. Handelt es sich hierbei um einen Trend, der langfristig das Geschäftsmodell der Branding-Agenturen gefährdet und ist „alles aus einer Hand“ das Konzept der Zukunft? Einen ersten Hinweis darauf gibt vielleicht eine weitere Erkenntnis aus der Studie: In 33 Prozent der befragten Unternehmen ist das Marketing für die Corporate Identity verantwortlich, lediglich bei 17 Prozent liegt die Verantwortung direkt bei der Geschäftsführung.
Bedenkt man, dass die Corporate Identity – zum besseren Verständnis – die Identität, der Kern, die Persönlichkeit eines Unternehmens ist, stimmt diese Verteilung doch nachdenklich. Aus der Perspektive einer Branding-Agentur ist die CI ein unternehmensstrategisches STEUERUNGS-Tool. Dieses Steuerrad sollte die Geschäftsführung nicht allzu leichtfertig aus der Hand geben. Eine enge Abstimmung zwischen Unternehmensführung und den tatsächlich Ausführenden (Marketing-, PR- oder Corporate Communication-Abteilung) muss dann sehr eng sein. Professor Robert Paulmann, Leiter des CI-Instituts in Mainz, bringt es auf den Punkt: "CI ist ein strategisches Führungsinstrument, das im besten Fall Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen hat." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Vor diesem Hintergrund muss die Entwicklung bei CI-Projekten auch zunehmend auf Werber zu setzen, hinterfragt werden. Ohne Zweifel leistet die (werbliche) Kommunikation einen wichtigen Beitrag zum öffentlich wahrnehmbaren Bild eines Unternehmens/einer Marke. Fraglich hingegen ist, ob beim Blick durch des Werber´s Brille die langfristige, strategische Perspektive eines CI-Projektes immer und stets gegeben ist. Vermeintliche Missgriffe können sich nur die wenigsten Unternehmen leisten – siehe AirBerlin oder RWE
Kommentare (0)
